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Collateral Murder – Die Kriegsführung der US Soldaten im Irak und warum sie mich nicht überrascht – Krieg 2.0 vs. Vertuschung 2.0

Ich habe eigentlich erst nicht über dieses Thema schreiben wollen. Durch den Blogbeitrag von Enno Park auf Yucca Tree Post habe ich mich nun aber doch entschlossen auch darüber zu schreiben – weil man über solche Dinge schreiben muss.

Eigentlich wäre es Aufgabe von Presse und Medien diese Themen aufzugreifen und auseinander zu nehmen, Fragen zu stellen und zu kritisieren. All dies geschieht eher kleckernd, statt klotzend und dies auch erst, als an dem Thema bei Twitter und Facebook gar nicht mehr vorbei gesehen werden konnte, weil es die dortigen Timelines dominierte. Ich sah das Wikileaks-Video zum Thema “Collateral Murder” bereits vor einigen Tagen, als es bei Twitter das erste Mal die Runde machte. Ich war tatsächlich fassungslos, als ich es gesehen habe.
Es bestand für mich von vornherein keinerlei Zweifel an der Echtheit des Videos. Warum? Weil ich es nur für eine Frage der Zeit hielt bis solche Videos aus dem Sumpf der US Army auftauchen. So wie es vor einiger Zeit mit Videos von Folteropfern in Afghanistan oder Guantánamo bereits der Fall war. Solche Dinge überraschen mich nicht mehr – Leider. Sie schockieren mich zutiefst, aber sie überraschen mich nicht. In den vereinigten Staaten ist gewaltig der Wurm drin und somit auch umso gewaltiger in der US Army. Ich selber bin absolut kein Befürworter für Kriegseinsätze der Bundeswehr im Ausland und sowieso kein Befürworter von Krieg. Ich hoffe nun aber einmal mehr, dass solche Bilder nicht irgendwann auch von Bundeswehrsoldaten auftauchen. Dies schreibe ich mit Sicherheit nicht aus Patriotismus. Ich will damit nur sagen, dass ein Land, welches regelmäßig tillt, definitiv reicht. Und das haben wir bereits mit den USA.
Da fallen Dinge wie Krankenversicherung und Abrüstung in den USA leider kaum noch ins Gewicht. Von dem Amerikanern erwarte ich es leider immer wieder. Sie beweisen einfach in regelmäßigen Abständen immer wieder aus welchen Gründen Menschen aus aller Welt sauer auf Amerika seien könnten.
Gestern und heute greifen nun endlich auch klassische Medien und die Presse das Thema auf und ich hoffe nicht, dass sie sich ähnlich einschüchtern oder kaufen lassen wie es mit Sicherheit an vielen Stellen bereits geschehen ist. Solche Situationen, wie die Veröffentlichung von Wikileaks, beweisen wie wichtig ein Internet ohne Zensur und ohne Sperren ist. Sperren und Zensur wie es heute auf Facebook zu sehen war, wenn man www.collateralmurder.com posten wollte und nicht wie gewohnt Seiteninhalt, etc. präsentiert bekam.
Ein großes Problem von den USA ist m. E. trotz Finanzkrise eine Art Überdruss. Es geht ihnen wie vielen in der westlichen Welt einfach zu gut. Im Gegensatz zur restlichen westlichen Welt hat die USA aber nie direkt vor ihrer Haustür irgendetwas zu ertragen. Ein bisschen Finanzkrise. Was ist das schon. Kein Krieg im eigenen Land gehabt, keine Unruhen, nichts. Dazu kommt das Problem des Realitätsverlustes. Das Problem ist mittlerweile oft nicht mehr, dass Filme oder Computerspiele zu realistisch sind. Das Problem ist, dass viele in den USA mit der Realität umgehen, als sei es ein Film oder ein Computerspiel.

Es gibt von diesem Video auch noch eine wesentlich längere Version. Diese kann sich aber jeder selber noch einmal heraus suchen. Um einen Eindruck zu erhalten wovon ich hier rede reicht die kurze Version auf alle Fälle.

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